Eine besonders anspruchsvolle Aufgabe für junge Eltern ist es, den richtigen Kinderautositze auszuwählen, denn dabei geht es nicht nur um persönliche Vorlieben in Punkto Design und Bequemlichkeit, sondern vor allem um die Sicherheit ihrer kleinen Schätze. Deshalb soll Ihnen unser kinnings Kindersitz 1x1 die wichtigsten Kriterien für eine fundierte Entscheidung an die Hand zu geben.

Gesetzliche Vorschriften:

Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 cm sind, dürfen im Auto ausschließlich auf Sitzen mitgenommen werden, für die Sicherheitsgurte vorgeschrieben und deren Rückhaltesysteme für Kinder geeignet und amtlich genehmigt sind. (siehe auch StVO § 21 Personenbeförderung).

Seit 2006 dürfen in ganz Europa ausschließlich Kindersitze verkauft und verwendet werden, die der aktuellen Prüfnorm ECE-R 44/03 und/oder ECE-R 44/04 entsprechen.

Das orangefarbene Prüfzeichen ist direkt am Kindersitz angebracht und leicht zu sehen.

Kindersitze ohne diese Plakette oder mit einer älteren Version der ECE-R 44 Prüfnorm, also die Versionen 01 und 02, dürfen auf keinen Fall zum Einsatz kommen.

Die Beförderung von Kindern ohne oder auf nicht zugelassenen Kindersitzen bedeutet im Schadensfall, dass die Versicherungen nicht oder nur teilweise bezahlen. Zusätzlich erhalten Sie einen Punkt in Flensburg und ein Verwarngeld von 40 Euro.

Auf Basis der ECE-Regelung Nr. 44/04 sind Kindersitze in vier Gewichtsgruppen eingeteilt, die nach dem neusten Stand und unserer Verkaufserfahrung folgendermaßen in fünf Kategorien (inklusive Reboarder-Sitze) differenziert werden können:

Gruppe 0+   Für Neugeborene in Babyschalen

ca. 0 - 1 Jahr
ca. bis 13 kg

Befestigung immer gegen die Fahrtrichtung mit:

  • Dreipunktgurt des Autos (ohne Basisstation) oder
  • Basisstation und ISOFIX-Verankerung im Auto oder
  • Basisstation zum Anschnallen mit Dreipunktgurt des Autos

Das sollte eine Babyschale bieten:

  • Gemütliche, verstellbare Liegefläche
  • Waschbare, gepolsterte Bezüge
  • Stabile Kunststoffschale, die den Kopf-, Hals- und Rückenbereich schützt
  • Breite Wangen zum Seiten- und Kopfschutz
  • Guter Seitenaufprallschutz (L.S.P.-System)
  • Zentral verstellbarer Hosenträgergurt
  • Stabiler, klappbarer Tragegriff
  • Geringes Eigengewicht der Babyschale
  • Idealerweise montierbar auch auf Ihrem Kinderwagen

Gruppe 0 + I, Reboarder  Für Neugeborene und Kleinkinder
im Reboarder-Kindersitz

ca. 0 - 4 Jahre
ca. bis 18 kg (teilweise bis 25 kg)

Befestigung immer gegen die Fahrtrichtung mit:

  • Dreipunktgurt oder
  • ISOFIX-Verankerung im Auto oder
  • Basisstation und ISOFIX-Verankerung im Auto

Das sollte ein Kindersitz Gruppe I bieten:

  • Variables Mitwachsen durch Sitzverkleiner-Einsatz für Neugeborene
  • Stabile, breite Kunststoffschale für Kopf-, Hals- und Rückenschutz durch Ausrichtung gegen die Fahrtrichtung
  • Dritten Befestigungspunkt wie z.B. Stützfuß oder oberer Haltegurt (Top Tether genannt) neben dem ISOFIX-Verankerungssystem oder Dreipunktgurt zur Vermeidung von Rotations- oder Kippbewegungen des Sitzes
  • Guter Seitenaufprallschutz (L.S.P.-System)
  • Zentral verstellbarer Hosenträgergurt

Gruppe I  Für Kleinkinder in Kindersitzen

ca. 1 - 4 Jahre
ca. 9 bis 18 kg

Befestigung in Fahrtrichtung mit:

  • Dreipunktgurt oder
  • ISOFIX-Verankerung im Auto

Das sollte ein Kindersitz Gruppe I bieten:

  • Besonders guten Halt und guten Seitenschutz für ein Kind, welches zwar schon sitzen kann, aber auch noch oft im Auto einschläft
  • Verstellbare Sitz- und Liegeposition
  • Weit vorgezogene, weiche Seitenwangen
  • Leicht bedienbare, stabile Hosenträgergurte für gleichmäßige Kraftverteilung bei einem Aufprall oder besser
  • Großer, weicher Fangkörper zum optimalen Schutz von Hals- und Rückenwirbelsäule beim Fahren in Fahrtrichtung

Gruppe I + II + III  Langzeitsitz für Kleinkinder und Kinder

ca. 1 - 12 Jahre
ca. 9 kg bis 36 kg

Befestigung in Fahrtrichtung mit:

  • Dreipunktgurt oder
  • ISOFIX-Verankerung im Auto

Das sollte ein Langzeitsitz der Gruppe I + II + III bieten:

  • Der Sitz wächst mit dem Kind mit d.h. er bietet verstellbare Kopf- und eventuell auch noch Fuß- und Wangenteile
  • Ergonomisch geformter Sitz mit hohem Seitenaufprallschutz
  • Erhöhte Sitzposition für erweitertes Sichtfeld
  • In der Phase/Gruppe I optimaler Schutz durch einen Fangkörper
  • In der Phase/Gruppe II + III optimale Umlenkung des Autositzgurtes auf die kleinen Körpermaße des Kindes
  • Strapazierfähige, waschbare Bezüge
  • Bietet gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Gruppe II + III  Für größere Kinder in Kindersitzen

ca. 4 - 12 Jahre
ca. 15-36 kg

Befestigung in Fahrtrichtung mit:

  • Dreipunktgurt oder
  • ISOFIX-Verankerung im Auto

Das sollte ein Sitz der Gruppe II + III bieten:

  • Ergonomisch geformter Sitz mit hohem Seitenaufprallschutz
  • Erhöhte Sitzposition für erweitertes Sichtfeld
  • Optimierte Gurtführung um ein Rutschen des Gurtes über den Hals zu vermeiden und eigenständiges Anschnallen zu ermöglichen
  • Strapazierfähige, waschbare Bezüge
  • Einfacher Wechsel des Sitzes von einem Auto in das andere

Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von Kindersitzen
  • Der Kindersitz muss nach der gültigen ECE-R 44 Prüfnorm zugelassen sein.
  • Stellen Sie die Sicherheit in den Mittelpunkt: Schutz von Kopf, Rumpf und Wirbelsäule durch starken Seitenaufprallschutz und stabile Gesamtkonstruktion des Sitzes.
  • Stellen Sie das Alter, Gewicht und die Größe ihres Kindes genau feststellen, um den individuell passenden Sitz zunächst grob festzulegen.
  • Generell gilt: Wechseln sie so spät wie möglich in die nächst höhere Gruppe bzw. zu einem Kindersitz, welcher vorwärts gerichtet montiert wird.
  • Bei Kindern bis 4 Jahre empfehlen wir dringend, eine Sitzvariante gegen die Fahrtrichtung zu wählen da ihr Kind dann 5 x sicherer im Auto unterwegs ist (siehe auch >> Exkurs Reboarder).
  • Den besten Schutz für kleine Kinder bei vorwärts gerichtetem Fahren bietet ein Fangkörper-System, bei dem sich die weiche Kinderwirbelsäule in einem großen Radius um den großen Fangkörper herumbiegt und so einer sehr viel geringeren Verletzungsgefahr ausgesetzt ist (siehe auch >> Exkurs zu Fangkörper).
  • Beachten Sie Typ, Baujahr und Besonderheiten Ihres Fahrzeuges.
  • Entscheiden Sie sich, wo der Kindersitz montiert werden soll und wie viel Platz für weitere Kleinkinder mit Kindersitz oder andere Mitfahrer zusätzlich benötigt werden.
  • Verfügt Ihr PKW über eine fest eingebaute ISOFIX-Verankerung? (Viele Neuwagen haben ISOFIX-Verankerungspunkte standardmäßig eingebaut oder Sie müssen Sie gegen Aufpreis als „Extra“ beim Neuwagenkauf mitbestellen. Achten Sie auch auf dieses wichtige Detail beim Kauf eines Gebrauchtwagens. Insgesamt haben ca. 60 Prozent aller im Straßenverkehr teilnehmenden Autos ein ISOFIX-Halterungssystem.)
  • Nutzen Sie den kinnings-car-fitting-Service und lassen Sie sich von uns Ihren Kindersitz probeweise in Ihren PKW einbauen! Damit überprüfen wir gemeinsam, ob der Kindersitz optimal in Ihren PKW passt und stellen sicher, dass Sie die optimale und korrekte Befestigung des Kindersitzes beherrschen – egal ob mit dem Dreipunktgurt des Autos oder der ISOFIX-Verankerung.
  • Leider werden über 50 Prozent aller Kindersitze ohne ISOFIX inkorrekt und nicht fest in den PKW eingebaut. Die Sicherheit Ihres Kindes könnte darunter leiden.
  • Lassen Sie Ihr Kind im Kindersitz Probe sitzen und bei der Auswahl – je nach Alter –mitbestimmen: Ihr Kind wird sich in dem Sitz besonders wohl fühlen.
  • Der Bezug des Sitzes sollte leicht abnehmbar und pflegeleicht sein.
  • Beachten Sie auch Ergebnisse der Stiftung Warentest und des ADAC zum Thema Sicherheit von Kindersitzen. Diese Expertentests helfen bei der Beurteilung von neuen technischen Entwicklungen, die die Sicherheit weiter erhöhen. Sie bilden aber immer nur einen kleinen Ausschnitt guter Produkte im Markt ab. Daher: Verlassen Sie sich auf die kinnings-Auswahl und lassen Sie sich von uns beraten!

Achtung: Alle Kinder-Autositze dürfen nur bei ausgeschaltetem Beifahrer-Airbag auf dem Beifahrersitz montiert werden!

Lesen Sie bitte auch unsere Exkurse rund um das Thema Autositze

EXKURS Fangkörper   

Der Kopf eines Kleinkindes ist verhältnismäßig groß und schwer für eine noch nicht sehr ausgebildete Nacken- und Rückenmuskulatur und eine weiche Wirbelsäule. Diese besondere Anatomie macht die Kleinkinder sehr anfällig für schwere Wirbelsäulenverletzungen durch das Vorschnellen des schweren Kopfes bei gleichzeitiger fester Fixierung des Körpers z.B. mit einem Hosenträgergurt. Diese Gefahr besteht auch schon bei sehr geringen Unfall-Geschwindigkeiten, z.B. im Stadtverkehr. Mit dem Fangkörper-System kann sich die Aufprallenergie sanfter und gleichmassig über den ganzen Rücken verteilen und ein punktuelles Abknicken der Nackenwirbelsäule wird verhindert. Ihr Kind fährt so vorwärtsgerichtet am sichersten – das rückwärtsgerichtete Fahren ist allerdings noch sicherer.

Den besten Schutz für kleine Kinder von 1-4 Jahren bietet bei vorwärtsgerichtetem Fahren ein großer, hoher Fangkörper. Im Falle eines Aufpralls rollt sich der Oberkörper des kleinen Kindes in einem großen Radius um den Fangkörper. Die besonders sensible Hals- und Rückenwirbelsäule wird optimal geschützt, da die großvolumige Wölbung verhindert, dass die Wirbelsäule punktuell abknickt und dadurch verletzt wird.

EXKURS Reboarder   | Warum besser rückwärtsgerichtet?

Bei rückwärtsgerichteten Kinderautositzen wird die einwirkende Kraft bei einem Frontallaufprall gleichmäßig über eine große Fläche verteilt und das Kind ausgewogen in die feste Sitzschale gepresst. Der Kindersitz wirkt wie ein Schutzschild und schützt den empfindlichen Kopf, Hals und die Wirbelsäule. Die Belastung der Halswirbelsäule, des Kopfes und der inneren Organe wird dadurch extrem reduziert. Ihr Kind fährt bis zu einem Alter von 4 Jahren erheblich sicherer als in einem vorwärts gerichteten Kindersitz. Skandinavische Unfall-Statistiken belegen dies signifikant, denn dort werden bereits seit vielen Jahren Kleinkinder nur rückwärts gefahren.

Das Verletzungsrisiko von kleinen Kindern bis zu einem Alter von 4 Jahren ist bei der vorwärtsgerichteten Fahrweise wesentlich höher, da der Kopf des Kindes in Relation zum Körper nach wie vor sehr groß und schwer ist. Die Nackenmuskulatur und die Wirbelsäule sind immer noch unvollständig entwickelt und die marktüblichen 5-Punkt-Gurtsysteme halten den Kinderkörper fest zurück, während der schwere Kopf mit enormer Wucht nach vorne geschleudert wird. Auf diese Weise entstehen leider schwere Wirbelsäulenschäden – auch schon bei geringen Auffahrgeschwindigkeiten.

Abhilfe verschafft hier der bereits beschriebene Fangkörper bei vorwärtsgerichteten Autositzen.

Unser Tipp: Fahren Sie Ihr Kind in den ersten vier Jahren rückwärtsgerichtet.

EXKURS ISOFIX   | Sichere „Ein-Klick-Installation“ im Auto

ISOFIX ist ein weltweit standardisiertes System, um Kinderautositze im Fahrzeug zu befestigen, die in Kooperation mit der Autoindustrie entwickelt wurde. Dank ISOFIX können Kinderautositze mit Hilfe genormter Verankerungspunkte fest mit dem Chassis (Autounterbau) verbunden werden und sind so besonders stabil verankert. Das Chassis absorbiert einen Großteil der auf den Kindersitz wirkenden Kräfte. Die ISOFIX-Metall-Rastarme sind fest im Kindersitz oder der Basisstation eingebaut und werden in das genormte ISOFIX-Steck-System im Auto mit einem Klick eingerastet. Ein Stützfuß absorbiert zusätzlich die Kräfte eines Frontalaufpralls.

Das einfache ISOFIX-Klicksystem reduziert das Risiko einer Fehlinstallation auf ein Minimum. Digitale Anzeigen (Lämpchen und/oder Akustiksignal) oder mechanische Anzeigen bestätigen das 100-prozent korrekte Einrasten des ISOFIX-Stecksystems. Unsicher und unsachgemäß befestigte Kindersitze, wie beim Angurten des Kindersitzes mit dem PKW-eigenen Dreipunktgurt, gibt es nicht.

EXKURS i-Size  | Der nächste Schritt für Kindersicherheit

Die neue i-Size-Verordnung für Kinderautositze ist ein zusätzlicher neuer EU Standard, ab Juli 2013, und ergänzt die ECE-R 44/ 04 Verordnung. Die ECE-R 44 Verordnung ist weiterhin gültig für die mit Dreipunktgurt installierten Kinderautositze sowie für ISOFIX-Sitze.

Die i-Size Verordnung umfasst (in Ergänzung zur ECE-R 44-Norm):
  • Zusätzliche Sicherheitsstandards für Seitenaufprallschutz in jedem Kindersitz
  • Förderung der Verwendung des ISOFIX-Systems, dadurch minimiertes Risiko einer falschen Installation
  • Rückwärtsgerichtetes Fahren ist für Kinder bis 15 Monate zwingend vorgeschrieben um einen besseren Schutz für den Hals- und Kopfbereich zu gewährleisten
  • Entscheidung für den richtigen Kindersitz anhand der Größe des Kindes in cm statt anhand des Gewichtes des Kindes in Kilogramm. Dank klarer Größenangaben kann nun ein frühzeitiger Wechsel auf den nächsten Sitz vermieden werden
  • jeder i-Size-Sitz passt in jedes i-Size-Auto
  • i-Size-Sitze sind mit dem ISOFIX-System kompatibel
EXKURS i-Size-Auto   

Ein i-Size-Auto wird es voraussichtlich ab dem Jahr 2014 geben und folgende einheitliche und genormte Eigenschaften bieten:

  • Es verfügt über ISOFIX-Verankerungspunkte
  • Es verfügt über einen dritten Verankerungspunkt (neben dem ISOFIX-Punkten) dem Top Tether-Verankerungspunkt
  • Der Wagenboden ist einheitlich für den Stütz-Fuß eines Kindersitz-Systems ausgelegt
  • Auf den Sitzen ist genügend Platz für einen i-Size-Kindersitz, indem das Kind mindestens 15 Monate rückwärtsgerichtet fahren kann
  • Im Handbuch sind die entsprechenden Informationen über i-Size ausführlich beschrieben

Ziel ist es, dass in naher Zukunft, alle Kinderautositze die i-Size-Norm erfüllen und alle Modelle in alle Autos passen.